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Hamsterernährung

 

Die Hamsterernährung ist ein sehr umfangreiches Thema und noch lange nicht in ihrem gesamten Spektrum erforscht. Es gibt immerwieder neue Erkenntnisse, aufgrund umfangreicher Forschungen, auf diesem Gebiet. Daher ist es auch nicht möglich exakte Angaben über die Hamsterernährung zu machen. Es gibt lediglich Richtwerte, die aufgrund des natürlichen Speiseplans eines freilebenden Hamsters basieren und auf den Hamster in Gefangenschaft abgestimmt wurden. Beispielsweise ernähren sich freilebende Hamster viel fettreicher, als unsere Haushamster. Denn die Hamster in freier Natur haben einen viel höheren Energiebedarf, da sie lange Strecken zum Futtersammeln zurücklegen, Junge aufziehen und Winterschlaf halten.

 

Futterarten
Trockenfutter:
Getreide
  • Buchweizen,
  • Emmerweizen
  • Erbsen, Erbsenflocken,
  • Gerste,
  • Grünfutterpreßlinge,
  • Haferflocken, Haferkörner und Haferrispen, grüner Hafer,
  • Hirse, Kolbenhirse
  • Johannisbrot,
  • Kürbiskerne,
  • Leinsamen,
  • Mais
  • Reisflocken,
  • Roggen,
  • Trockengemüse (wie Karotten, Erbsen, Sellerie, Süßkartoffel, Kohlrabi, Rote Beete usw.)
  • verschiedene Gras- und Kräutersamen,
  • Weizenkörner (nicht zu viel), Weizenflocken,
Kräuter
  • Bärlauch und Bärenklau sind giftig!
  • Basilikum,
  • Brennnesselkraut (getrocknet),
  • Brombeerblätter (nur getrocknet),
  • Dill,
  • Echinacea (stärkt Immunsystem)
  • Gänseblümchen,
  • Haselnussblätter,
  • Johannisbeerblätter,
  • Kamille,
  • Melisse,
  • Pfefferminzblätter,
  • Ringelblumenblüten,
  • Salbei,
  • Sauerampferkraut,
  • Spitzwegerich,
  • Schafgarbe
  • wilde Malve,
  • Zitronenmelisse,
Kleinsämereien
  • Amaranth
  • Buchweizen
  • Dari Weiß
  • Grassamen (Knaulgras, Wiesenschwingel, Rohrschwingel. Lieschengras. deutsches Kammgras, Weidlgras, Wiesenrispe, Welsches Weidlgras, Horstschrotschwingel)
  • Hefekerne
  • Hirsearten (La Plata Hirse rot, Japanhirse, Senegalhirse gelb, Hirse Weiß, Hirse Rot, Hirse Gelb, Mannahirse rot)
  • Kardisaat
  • Kräutersamen (Spitz-, Mittel- und Breitwegerich, Löwenzahnsaat)
  • Leinsaat (Flachs)
  • Milo
  • Negersaat
  • Spitzglanz (Kanariensaat)
  • Paddy-Rohrreis
  • Perilla
  • Quinoja
  • Salatsamen (Catalognasaat, Feldsalat, Romasalat, Alfalfasaat)
  • Sesam
  • Taubenweizen
Nüsse
  • Erdnüsse,
  • Haselnüsse,
  • Walnüsse,
  • Macademia,
  • Pecannüsse,
  • Pinienkerne,
  • Kürbiskerne,
  • Sonnenblumenkerne

Mandeln enthalten Blausäure, nicht füttern!

Bucheckern sind giftig!

Saftfutter:
Grünfutter
  • Breit- und Spitzwegerich,
  • Gänseblümchen,
  • Hirtentäschel,
  • Löwenzahn (Blüte, Stängel, Blatt und sogar die Wurzel dürfen gefüttert werden),
  • Luzerne,
  • Salbei,
  • Sauerampfer und süße Gräser,
  • Schafgarbe;
  • Vogelmiere,
  • Weißer und Roter Wiesenklee (mit Klee sparsam umgehen, wg. dem hohen Gehalt an Eiweiß),
  • wilde Malve,
  • Zitronenmelisse,
Obst
  • Äpfel (keine Kerne mit verfüttern: enthalten Blausäure)
  • Bananen (selten, da Verstopfungsgefahr)
  • Birnen, Brombeeren, Himbeeren, (selten geben: in Verbindung mit Wasser = Durchfallgefahr)
  • Ebereschenbeeren (sind getrocknete Vogelbeeren); Vogelbeeren in ungetrocknetem Zustand sind hochgiftig- auch für Menschen!
  • Erd- und Waldbeeren,
  • Melone
  • Weintrauben (ohne Kern, wegen der Gerbsäure);
ungeeignetes Obst:
  • Exotische Früchte (Guaven, Mango, Papaya, Granatapfel, Kumquat, Avokados, Litschi, Physalis, Curuba usw)
  • Steinfrüchte (Kirschen, Pfirsich, Pflaume, Quitte, Nektarine, Mirabelle usw.)
  • Südfrüchte (Orangen, Mandarinen, Kiwi)

Diese Obstsorten führen zu Verdauungsproblemen!

 

Trockenfrüchte
  • Bananen
  • Datteln,
  • Feigen,
  • Hagebutten
  • Korinthen,
  • Pflaumen,
  • Rosinen,
  • Vogelbeeren

(nur ungeschwefeltes Trockenobst verwenden!)

 

Gemüse
  • Blattspinat, Mangold, Rote Beete, (hoher Oxalsäureanteil, nur in geringen Mengen füttern),
  • Fenchelknollen (Knollen und Grün dürfen verfüttert werden)
  • Kohlrabi (nur in geringen Mengen)
  • Kürbis (alle außer Zierkürbisse)
  • Salate: Feldsalat, Eisbergsalat, Kopfsalat, Endivien, Chicorée (Salate nur in kleinen Mengen füttern, können wegen des Nitratanteils zu Durchfall und Blähungen führen)
  • Paprika (Strunk entfernen, da solaninhaltig)
  • Stangen- und Knollensellerie (beides verfütterbar komplett mit Blättern, Knollensellerie geschält verfüttern)
  • Tomaten (kein Grün von der Tomate, das ist giftig)
  • Topinambur (gesamte Pflanze verfütterbar)
  • Zuckermais (Blätter und Maiskolben gesund und lecker)

 des weiteren verfütterbar:

  • Broccoli,
  • Gurken,
  • Möhren
  • Pastinaken
  • Petersilienwurzel,
  • Steckrübe/Kohlrübe,
  • Stielmus,

 

ungeeignetes Gemüse:
  • Auberginen (solaninhaltig)
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen usw.)
  • Kartoffeln im Rohzustand (schlecht verdauliche Stärke, Triebe und grüne Stellen raus schneiden, die sind giftig!)
  • Kohlgemüse (Weißkohl, Blumenkohl, Rosenkohl usw.)
  • Rettich, Rhabarber sind giftig!
  • Zwiebelgewächse (Zwiebeln, Schnittlauch, Poree usw.)

 

Eiweißfutter: 2 - 3 mal pro Woche erforderlich!
  • Bachflohkrebse (getrocknet),
  • Eier (hartgekocht) und davon nur das Weiße, das Eigelb enthält sehr viel Cholesterin!
  • Fischfutter
  • Gammarus (für Zwerghamster sehr gesund),
  • Garnelen,
  • Grille,
  • getrocknete Larven,
  • Heimchen
  • Hüttenkäse
  • Hundekuchen (zuckerfrei: 22% Rohprotein und 4-5% Rohfett),
  • Insekten
  • Katzenleckerchen (dürfen kein Taurin enthalten),
  • Rinderhack,
  • Quark oder Naturjoghurt (0,2% Fett),

 

Lebendfutter:

Ist nicht lebensnotwendig, jedoch für jeden Hamster eine absolute Delikatesse: Grillen, Heuschrecken, Heimchen und Wanderheuschrecken, am beliebtesten sind die Mehlwürmer.

Lebendfutter ist sehr fett- und proteinhaltig, daher sollte es nicht mehr als 2x die Woche gegeben werden!

Haltung von Mehlwürmern:

Unterkunft:

Gurkengläser und alle hohen Behälter sind ungeeignet, denn dann müssen sich die Mehlwürmer stapeln. Am besten ist ein Behälter der 30x20cm groß ist, z. B. eine Dose aus Hartplastik. Einen Deckel braucht man nicht, an glatten Wänden können sie nicht rauskrabbeln!

Einstreu:

  • nur Haferflocken
  • Kleintierstreu
  • Hanfstreu
  • Torf

dazu kommt immer Heu und Stroh (klein geschnitten, mit der Schere)

Am besten eignet sich Torf und Hanfstreu!

Anzahl:

Bitte nicht zu viele auf einmal in einem Gefäß halten. Sonst müssen sie sich stapeln.

Wo lagern?

Man kann Mehlwürmer auch im Kühlschrank halten, da bewegen sie sich wenig und verpuppen sich so gut wie nie. Bei Raumtemperatur verpuppen sie sich schneller.

Futter:

Jeden, bis jeden 3. Tag müssen sie Frischfutter bekommen: Gurke und Salat fressen sie am liebsten, aber nur Sachen füttern, die man auch seinem Hamster geben würde, denn der Hamster wird den Wurm ja fressen. Alle 2 Tage neue Haferflocken in den Behälter geben. Außerdem kann Mehl oder Haferflockenmatsch (Haferflocken mit etwas Wasser) gefüttert werden.

Allgemeines:

Die Haut der Mehlwürmer (wie bei Schlangen) und tote Tiere immer entfernen. Je besser sie gefüttert und gehalten werden, desto gesünder sind sie für den Hamster!!!

 

Raufutter:

frisches Heu (wird auch zum Nestbau benutzt),

Bitte auf Stroh verzichten, da Stroh sehr grob strukturiert ist und sich die Fasern unter die Haut des Hamsters schaffen können.

 

Mengenangaben:

die Angaben beziehen sich auf einen Mittelhamster, Zwerghamster erhalten ungefähr die Hälfte

Bei Zwerghamster muss drauf geachtet werden, dass sie einen höheren Eiweißgehalt benötigen als Mittelhamster!

ca. 1 EL (15-20g) Alleinfuttermittel,

1 x tägl ein paar Gräser/Kräuter,

1x tägl  (Saftfutter): Obst und Gemüse, zum sofort Verzehr

(Lebendfutter) 1 Mehlwurm, 2-3 x die Woche

(Raufutter) etwas Stroh/Heu

tierisches Eiweißfutter, 2-3 x die Woche

Übersicht der schädlichen Inhaltsstoffe

 

Salzlecksteine, Nagerdrinks:

Ein Salzleckstein ist nicht notwendig. Er ist kann sogar lebensgefährlich werden. Durch zu viel Salz kann es zu einer Nitratvergiftung kommen. Den Salzhaushalt regelt man mit Trockenkräutern und gelegentlichen Gaben von Hundetrockenfutter.

Nagerdrinks gehören ebenfalls zu den Dingen, die ein Hamster nicht braucht. Bei einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung, bekommt der Hamster alles was er braucht. Ein zusätzliche Gabe von Vitaminen, Mineralien usw. würde eine Überdosierung zur Folge haben.

Leckerbissen:

gibt es in verschiedenen Varianten: als Knabberstangen, Kekse und verschiedene Snacks. Um diese Produkte sollten die Hamsterbesitzer einen großen Bogen machen. Sie sind gesundheitsschädlich, da sie sehr viel Fett und Zucker enthalten. Wenn Snacks in großen Mengen gefüttert werden, kommt es zu Verdauungskomplikationen. Der Darm wird aufgegast, Verstopfungen oder Durchfall sind die Folge.

Deshalb empfehle ich hier: die teuren Dinger im Regal stehen lassen und draußen vom Wald oder gar aus dem eigenen Garten ein paar leckere frische Knabberzweige von diversen Bäumen wie Apfel, Birken, Kirsche, Buche, Erlen, Pappeln, Linden,  Weiden, Eschen, Birnen usw. zu verfüttern. Sie sollten natürlich ungespritzt sein.

Ein anderer Leckerbissen ist die Kolbenhirse. Die kann man hin und wieder mal in den Käfig hängen. Oftmals wird sie aber schon innerhalb von einem Abend völlig abgemäht und im Haus gebunkert. Dann darf man ihm für einige Zeit keine neue Hirse in den Käfig hängen, damit er erstmal das gebunkerte verzehrt.