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Nachwuchsplanung

Dieser Schritt sollte wohl durchdacht und gut geplant werden. Sicherlich ist es für den Hamsterhalter ein ganz spannendes Ereignis, wenn der Hamster trächtig ist und Nachwuchs bekommt.

So sollte man bedenken, dass eine Goldhamsterdame erstmalig in einem Alter von ca. 4 Monaten trächtig werden sollte, auch wenn sie biologisch gesehen schon im Alter von 4-6 Wochen schwanger werden könnte. (näheres siehe Zucht) Man sollte ihr aber erstmal Zeit geben, selber "erwachsen" zu werden, um nachher auch genügend Kraft für die Schwangerschaft und die Aufzucht der Jungen zu haben.

Wer einen Wurf plant, der sollte sich bewusst machen, dass eine Goldhamsterdame ca. 16 Tage und eine Zwerghamsterdame ca. 21 Tage trägt. Im Durchschnitt werden 4-5 Babies geboren.

Ausserdem muss man darauf achten, dass die Tiere gesund sind um lebensfähigen Nachwuchs zu bekommen. Dazu ist es unabdingbar, sich mit der Hamstergenetik zu beschäftigen.

                                                      

Der Paarungsvorgang:

Eine Hamsterdame ist alle 4 Tage paarungsbereit. Die Paarungsbereitschaft erkennt man, in dem man mit dem Finger über den Rücken der Hamsterdame streicht. Wenn sie dabei ihre Wirbelsäule nach unten hin durchbiegt, das Schwänzchen nach oben richtet und dabei in eine Art "Starre" verfällt, ist sie Paarungsbereit. Häufig kann man bei einer brünstigen Hamsterdame einen süßlichen, metallischen Geruch wahrnehmen.

Zum Paaren, sollte man immer das Weibchen zum Männchen in den Käfig setzen, niemals umgekehrt. Das Weibchen würde andersrum nur ihr Revier verteidigen und das Männchen dabei energisch weg beißen.

  

Woran erkennt man, ob das Weibchen trächtig ist?

An der gesteigerten Futteraufnahme, am etwas zunehmenden Körperumfang und am Nestbau. Wobei das Bauen eines Nestes nicht unbedingt eine Schwangerschaft bedeutet. Es gibt auch eine so genannte "Scheinschwangerschaft", wobei sich die Hamsterin genauso verhält, wie bei einer echten.

Die Ursache darin liegt in den Hormonen, dabei simuliert der Körper eine Schwangerschaft. Wenn so etwas häufiger vorkommt, sollte man den Tierarzt konsultieren, da das für eine Hamsterin sehr anstrengend ist. Ausserdem leiden häufig scheinschwangere Hamsterdamen oft an einer Gebärmutterentzündung, die tödlich ausgehen kann. Oft hilft gegen die Scheinschwangerschaft eine Hormontherapie, manchmal kann aber nur noch durch eine Sterilisation Abhilfe geschafft werden.

 

Was ist zu tun, wenn der Hamster trächtig ist?

Viel kann man nicht tun, da die werdende Mama alles alleine macht. Jedoch kann man ein paar Dinge dazu beitragen:

  • absolute Ruhe
  • Käfiginventar und das Umfeld nicht verändern
  • ausreichend Nestbaumaterial (Scharpie, Heu, Taschentuchschnipsel, Klopapier, Kapok) bereitlegen
  • Futterration erhöhen, (viel Saftfutter und eiweißreichhaltige Nahrung)
  • Das Einstreu zum letzten mal zwei Tage vor der Geburt wechseln; jedoch das Nest dabei nicht verändern und berühren!

Wichtig:

Durch Mangelernährung der Mutter können auch die Jungtiere nachhaltig Schaden nehmen. Bei Neugeborenen könnte z.B. SHN (Spontaneous hemorrhabic necrosis) verursacht werden. Hier wird die Entwicklung des Gehirns der Ungeborenen oder Neugeborenen Hamster schwer beeinträchtigt und es kommt zu irreparabelen Schäden, die häufig den Tod des kleinen Hamsters zur Folge haben.

Vitamin E ist in Muttermilch und in Getreidekörnern vorhanden.

Weitere Schäden können am Muskelapparat und der Leber der Tiere, auch der Erwachsenen auftreten.

 

Die Geburt:

Bei der Geburt darf man nicht stören, auch nicht zusehen. Die Hamstermama packt sonst die Jungen in ihre Backentaschen und bringt sie in irgendein Eck vom Käfig und lässt sie einfach dort liegen; oder sie frisst die Babys kurzerhand auf. Beides würde den Tod der Babys bedeuten.

      Auf dem Bild sieht man neugeborene Hamster 

 

Nestkontrolle:

Eine Nestkontrolle sollte in den ersten 10-14 Tagen unterbleiben, also solange, bis die Kleinen anfangen selbstständig das Gehege zu erkunden. Denn ein allzu eifriger und neugieriger Halter kann die Mutter so stören, dass sie sich bedroht fühlt und sich so gezwungen sieht, die Kinder aufzufressen.

Die Reinigung des Geheges muss ebenfalls entfallen, da fremde Gerüche die Mutter stark irritieren. Sollte eine Reinigung unumgänglich sein, dann muss zumindest das Nest inklusive dem Nachwuchs unberührt bleiben.

Liegt ein wichtiger Grund für eine Nestkontrolle vor, dann wartet man damit am besten, bis die Mutter das Nest verlässt und schaut dann vorsichtig nach, ob alle Babys leben. Sollte ein Totes dabei sein, entfernt man es mit einer Pinzette. Jedoch nichts mit den Fingern berühren, wegen dem Fremdgeruch! Normalerweise frißt die Mutter kranke, tote und schwache Jungen auf, das sollte nicht dramatisiert werden, da das ein ganz normaler Instinkt der Mutter ist.

 

Was ist zu tun, wenn die Mutter die Babys vernachlässigt?

Dann muss der Mensch in die Rolle der Hamstermama schlüpfen und die Jungen von Hand aufziehen. Man spricht dabei von der Handaufzucht!

Bei der Handaufzucht müssen die Jungen stündlich bis zu einem Alter von 7 Tagen mit einem Muttermilchersatz gefüttert werden. Dafür eignet sich am besten Hunde- oder Katzenaufzuchtsmilch (gibt's beim Tierarzt), des weiteren eignet sich Baby Pre-Nahrung oder verdünnte Dosenmilch.

Die Milch muss Zimmertemperatur haben. Niemals zu viel auf einmal füttern, es genügen pro Fütterung 1-2 Tropfen, mit einer Pipette verabreicht (bekommt man in Apotheken, es genügen aber auch die, von Nasentropfen - vorher natürlich gründlich gereinigt)

Ab dem 7. Lebenstag wird nur noch alle zwei Stunden gefüttert. Nach jeder Fütterung muss man die Bäuche der Jungen ganz sanft mit dem Finger kreisförmig massieren, um den Kot aus dem Darm zu befördern. Man kann nun auch Zwerghamsterfutter reichen, da dieses Kleinsämereien enthält, die die Kleinen gerne knuspern.

Wenn man die Hamster anfassen muss, sollte man dies mit einem Taschentuch tun, damit der Hamster nicht friert. Außerdem wird so ein Fremdgeruch verhindert.

Sind die Junghamster 10-14 Tage alt sind, können sie schon selbstständig Nahrung aufnehmen. Die kann dann aus Sämereien, Haferflocken oder in Milch aufgeweichtes Vollkornbrot (Milch aber vorher abschütten) bestehen.

Man sollte Päppelbreie zubereiten:

  • 1 TL Haferflocken
  • 1-2 TL Wellensittichfutter
  • 1-2 TL Dinkelflocken (rote Hirse, Goldhirse..)
  • je 1/2 TL Dinkelgries und Polenta
  • Milch

alle Zutaten zusammen mischen, bis daraus ein flüssiger Brei entsteht, kurz aufkochen, auskühlen lassen, wenn er zu fest wird kann man noch kalte Milch einrühren. Hält sich im Kühlschrank einige Tage.

Wer z.B. abends das Problem hat und keine spezielle Aufzuchtsmilch im Hause hat, kann auch folgendes probieren:

(Quelle: Hamster-Wissen-Forum)

Milchaustauscher für Hamsterjunge:

Magerquark: 40%
Eigelb: 4%
Magermilch: 42%
Rahm.(30% Fett): 1%
Mineralfutter: 2% (Calcium : Phosphor ca. 2:1)
Originäre Quellen: Kienzle, Landes 1995, Landes 1997, Vervuert 1999, Zitate finden sich z.B. bei Gabrisch, Zwart 2005 und auch Kamphues 1999

folgende Mischung ist ebenfalls möglich:

  • 5g Katzenersatzmilch (Whiskas Feline Milk Substitute),
  • 20ml Wasser
  • 1 Messerspitze eines Mineralstoffgemisches (V i t a k a l k oder Korvimin ZVT).

 

Wenn die Kleinen ein Alter von 15-20 Tagen erreicht haben, haben sie das Schlimmste überstanden. Da sie aber durch die Handaufzucht etwas in ihrer körperlichen Entwicklung zurückgeblieben sind, sollten sie noch nicht so bald von ihren Geschwistern getrennt werden. Spätestens nach Eintritt der Geschlechtsreife (im Alter von 4-6 Wochen) oder bei schweren Streitigkeiten mit Geschwistern, ist eine Trennung unumgänglich.

 

Juntierentwicklung:

 

Geburt: Die Jungtiere sind nackt, rosa, blind, etwa 1-2g leicht und können fiepen

2. Tag: Hautpigmentierung setzt ein

ca. 4 Tag: Behaarung beginnt

8. Tag: Jungtiere probieren, feste Nahrung aufzunehmen

10.-15. Tag: öffnen der Augen, selbstständiges Putzen, Kot- und Harnabgabe ohne äußere Stimulation (durch Belecken), Junge können laufen und erkunden ihre Umgebung

mit 3 Wochen: Entwöhnung von der Muttermilch

4.-5. Woche: Einsetzen der Geschlechtsreife, Trennung von der Mutter und dem anderen Geschlecht

Nach spätestens 15 Wochen ist der Nachwuchs ausgewachsen.

 

Absetzen:

Mit ca. 21 Tagen stellt die Mutter die Milchproduktion ein, da die Kleinen soweit selber Nahrung aufnehmen können. Nun beginnt die Zeit der Selbstständigkeit, es kann zu Raufereien und ersten Revierkämpfen kommen. Spätestens mit 4 Wochen, müssen die Kleinen dann von der Mutter getrennt werden. Nach Geschlechtern getrennt, können sie durchaus noch 1-2 Wochen zusammen bleiben, dann sollte aber eine räumliche Trennung für jeden einzelnen Hamster erfolgen. Das gilt für Goldhamster und auch den Dshungaren, Campbells und den Chinesischen Streifenhamstern.

Roborowski Zwerghamster sollten erst mit 7-8 Wochen von der Mutter getrennt werden, da sie in ihrer körperlichen Entwicklung langsamer sind, als andere Hamsterarten.

 

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